pruefenlassen.ch

Die Schlussformel, der wichtigste Satz am Ende.

Bedauern, Dank und Zukunftswünsche sind das emotionale Fazit des Zeugnisses. Fehlt die Schlussformel, ist das ein deutliches Signal.

Eine gute Schlussformel enthält drei Teile: Bedauern über den Weggang, Dank für die geleistete Arbeit und Zukunftswünsche. «Wir bedauern sein Ausscheiden, danken für die wertvolle Arbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg» ist stark. Fehlt die Formel ganz, wird der Weggang nicht bedauert.

Die drei Bausteine

  • Bedauern, «Wir bedauern ihr Ausscheiden…»
  • Dank, «…danken für die geleistete Arbeit…»
  • Zukunftswünsche, «…und wünschen weiterhin viel Erfolg.»

Fehlt einer dieser Teile, ist die Formel schwächer, als sie wirkt. Fehlen zwei, ist die Botschaft eindeutig. Das gilt auch dann, wenn der Rest des Zeugnisses freundlich klingt, denn die Schlussformel ist das Letzte, was eine Personalfachperson liest.

Die Abstufungen im Vergleich

FormulierungWie es gelesen wird
«Wir bedauern sein Ausscheiden sehr, danken ihm für die stets wertvolle Arbeit und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg.»Vollständig und warm. Alle drei Teile, dazu Verstärker. Das ist die Spitze.
«Wir bedauern sein Ausscheiden, danken für die geleistete Arbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg.»Vollständig und korrekt. Die übliche gute Formel, ohne Beanstandung.
«Wir danken für die geleistete Arbeit und wünschen für die Zukunft alles Gute.»Kein Bedauern, kein «weiterhin». Sachlich korrekt, aber merklich kühler.
«Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»Weder Dank noch Bedauern. Die kühlste übliche Variante, deutliches Signal.
Keine SchlussformelFällt sofort auf. Kein Pflichtinhalt, aber in der Schweiz so üblich, dass das Fehlen für sich spricht.

Bei Kündigung durch den Arbeitgeber fällt die Schlussformel oft kühler aus. Ich sage Ihnen, ob Ihre Formel angemessen ist, oder eine versteckte Botschaft trägt.

Jetzt zur kostenlosen Vorprüfung

Schlussformel bei Kündigung durch den Arbeitgeber

Auch bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber ist eine wohlwollende Schlussformel üblich, sofern das Verhältnis nicht zerrüttet war. Dass das Bedauern fehlt, ist in dieser Lage nachvollziehbar und für sich allein kein Mangel.

Auffällig wird es, wenn auch der Dank fehlt. Dank bezieht sich auf die geleistete Arbeit, nicht auf die Umstände des Abschieds. Wer über Jahre solide gearbeitet hat und im Zeugnis nicht einmal einen Dank findet, kann diesen mit guten Argumenten verlangen.

Was Sie verlangen können, und was nicht

Die Schlussformel ist kein gesetzlicher Pflichtinhalt nach Art. 330a OR. Nach verbreiteter Auffassung lassen sich Bedauern und Dank nicht erzwingen, weil niemand zu einer Gefühlsäusserung verpflichtet werden kann. Ein einklagbarer Anspruch auf «wir bedauern» besteht also nicht.

Praktisch heisst das aber nicht, dass Sie nichts tun können. Eine sachliche Bitte um Ergänzung wird oft erfüllt, gerade weil es den Arbeitgeber nichts kostet. Und wenn das übrige Zeugnis gut ist, die Schlussformel aber eiskalt, ist das ein Widerspruch, den Sie ansprechen sollten. Ein Zeugnis muss als Ganzes klar sein, und ein solcher Bruch verwirrt jede Leserin.

War dieser Abschnitt hilfreich?

0
0

Ist Ihre Schlussformel vollständig?

Eine auffällig kühle Schlussformel spricht Bände. Die kostenlose Vorprüfung zeigt Ihnen in 1–2 Minuten, ob Bedauern, Dank und Zukunftswünsche stimmen.

Jetzt zur kostenlosen Vorprüfung

Häufige Fragen

Was bedeutet «wir bedauern sein Ausscheiden»?
Es ist ein positives Signal: Der Arbeitgeber bedauert den Weggang. Zusammen mit Dank und guten Wünschen ergibt das eine starke, vollständige Schlussformel. Steht das Bedauern dagegen allein, ohne Dank und ohne Zukunftswünsche, ist die Formel schwächer, als sie klingt.
Was ist eine gute Schlussformel?
Eine vollständige Schlussformel enthält drei Elemente: Bedauern über den Weggang, Dank für die geleistete Arbeit und gute Wünsche für die Zukunft, idealerweise mit «und weiterhin viel Erfolg». Das Wort «weiterhin» ist dabei wichtiger, als es aussieht, denn es unterstellt, dass es schon bisher erfolgreich war.
Was bedeutet eine fehlende Schlussformel?
Fehlt sie ganz, gilt das als Hinweis darauf, dass der Arbeitgeber den Weggang nicht bedauert. Das Zeugnis wird dadurch nicht formell unvollständig, denn die Schlussformel ist kein gesetzlicher Pflichtinhalt. Auffällig ist es trotzdem, weil sie in der Schweiz so üblich ist, dass ihr Fehlen jeder Personalfachperson auffällt.
Habe ich Anspruch auf eine Schlussformel?
Einen einklagbaren Anspruch auf Dank und Bedauern haben Sie nicht, denn das sind Gefühlsäusserungen, die sich nicht erzwingen lassen. Das ist die verbreitete Auffassung in der Schweiz. Verlangen können Sie eine wohlwollende Formulierung aber trotzdem, und viele Arbeitgeber ergänzen sie auf eine sachliche Bitte hin ohne Diskussion.
Wie sieht die Schlussformel bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber aus?
Auch dann ist eine wohlwollende Formel üblich, sofern das Verhältnis nicht zerrüttet war. Sie fällt oft kürzer aus: Dank und gute Wünsche ohne ausdrückliches Bedauern. Das ist noch kein Alarmsignal, ein völliges Fehlen dagegen schon.
Was bedeutet «wir wünschen alles Gute»?
Als einzige Schlussformel ist das die kühlste übliche Variante. Es fehlen Dank und Bedauern, und «alles Gute» ohne «weiterhin viel Erfolg» liest sich in der Personalpraxis als Distanz. Im Zusammenhang mit einer nur genügenden Leistungsnote verstärken sich die beiden Signale gegenseitig.